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helie de metrius es war mitte der neunziger, dass ich eine bescheidene erbschaft machte und da mich die leidenschaft zur musik mit meinen aktivitäten bei den roaring mopeds wieder gepackt hatte, beschloss ich, die zur verfügung stehenden mittel in einen 8-spur yamaha-cassettenrecorder zu investieren. ich hatte damals die fixe idee, mich in die absoluten tiefen des musikbusiness zu begeben und schlagerkomponist zu werden. ich schrieb so an die zwanzig songs und gab sie einem freund, der in einer volkstümlichen kapelle, den "most4tlern" spielte. die konnten damit natürlich nichts anfangen und das aus mehreren gründen: erstens waren die songs echt scheiße und zweitens hatten sie teilweise ambitionen, selbst songs zu komponieren, was sie in diesem genre zugegebenermaßen besser konnten. langsam war ich frustriert von den möglichkeiten des yamaha-cassettenrecorders und stieg um auf einen fostex-harddiskrecorder. das war aber auch nicht das gelbe vom ei und ein computer wurde angeschafft. die entscheidung für die entsprechende software -triple dat- war natürlich die falsche und so quälte ich mich über jahre mit diesem unzulänglichen programm. rückblickend ist alles, was ich damals gemacht habe akustischer schrott. eines war aber -abgesehen von allen technischen schwierigkeiten des homerecorders- klar: ich würde wieder an die zeit von beat.6ul anschließen und einerseits neue songs komponieren und auch die alten guten neu aufnehmen wollen. als dann 2000 die politische wende in österreich kam, schrieb ich den song "dieses land" und reichte ihn beim protestsongcontest ein. auf anhieb kam er in die vorausscheidung und ich hatte einen artikel im "kurier". das bestärkte mich in meinen ambitionen und mir war plötzlich klar, dass ich eine bessere software brauchte und ich stieg um auf cubase. offen war damals noch, wie ich das schlagzeug-problem lösen sollte, denn der alte drumcomputer war ein mühseliges ding und entsprach bei weitem nicht meinen anforderungen. da fand ich durch zufall den groove-agent von steinberg im internet und bestellte ihn sofort. ich war begeistert und von da an war die technik im griff und ich konnte mich aufs komponieren und arrangieren konzentrieren. ich liebe es, die kontrolle über das zu haben, was ich mache. das ist es eigentlich, was mich wirklich interessiert: komponieren und arrangieren. der entstehungsprozess eines liedes ist wie das leben eines menschen: zuerst noch unvollkommen, doch im laufe der entwicklung immer ausgereifter, bis es dann so ist, wie es ist. möglicherweise nie perfekt, doch man muss wissen, wo man aufhört, um nicht die ursprünglichkeit des lebens zu zerstören. ich habe mit cubase mehr als 50 songs aufgenommen und es fiel mir wirklich schwer, davon 10 für eine erste cd auszuwählen. es wurden letztendlich auch 11. mehr möchte ich nicht auf eine cd packen, denn ich erinnere mich noch gut an die zeiten, wo eine lp acht songs hatte (z.b. "black and blue"von den stones) und dass es doch ein zeit braucht, bis der rezipient diese acht unterschiedlichen dinge inkorporiert. als dann die cd kam, bemühte sich jeder künstler, soviel als technisch möglich auf eine scheibe zu verpacken. wieviele cd´s habe ich, wo ich eigentlich nicht weiß, welche songs da drauf sind, weil man es einfach nicht schafft, so viel auf einmal zu schlucken. hin und wieder trete ich auch live auf. allerdings nur unplugged und ohne band. das gibt gelegenheit, einiges über die entstehung der songs zu erzählen. ursprünglich wollte ich das nicht, denn die songs klingen doch ganz anders, wenn man sie alleine spielt, so ohne arrangement und andere instrumente, doch als ich für ein erstesmal überredet wurde, bemerkte ich, dass einige der songs auch so ganz gut rüberkommen und beschloss, meinen mir selbst auferlegten live-boykott wieder aufzuheben. |
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